9 Februar 2026

Gemeinde Brienz verlangt Antworten vom Regierungsrat

Der Gemeinderat hat mit Befremden von der gemeinsamen Medienmitteilung des Kantons Bern, der Kraftwerke Oberhasli AG und der beteiligten Verbände Kenntnis genommen.

Einerseits freut sich der Gemeinderat Brienz, dass sich die Parteien einigen konnten, ist anderseits enttäuscht, dass dies zulasten anderer Gemeinden und Projekten geht. Als Kompensationsmassnahme für den Bau des Trift-Speichersees wurden zusätzlich 18 Gewässernutzungsverzichte vereinbart. Insgesamt werden damit 53 Gewässerabschnitte im Kanton faktisch der Nutzung entzogen; unter anderem auch der Giessbach in der Gemeinde Brienz. Was dies für unser bestehendes Kraftwerk Giessbach (Konzession bis 2039) in Zukunft bedeutet ist nicht klar.

Für den Gemeinderat ist es inakzeptabel, dass bestehende Infrastruktur zurückgebaut werden soll. Er erachtet es als unabdingbar, wirtschaftlich wie ökologisch, dass mindestens die bestehende Infrastruktur nachhaltig gesichert werden kann.

In das bestehende Kraftwerk Giessbach hat die Gemeinde in den vergangenen Jahren viel Arbeit und Geld investiert. Zudem ist im Giessbach schon seit längerem das Kraftwerk Botchen geplant, in welches ebenfalls sehr viel Zeit, Geld und Herzblut gesteckt wurde. Der Gemeinderat erachtet dieses Projekt in Zukunft als sehr wichtig und nachhaltig für unsere Gemeinde, insbesondere wenn entsprechende Lösungen für das Speichern der Energie gefunden werden können.

Der Gemeinderat verlangt nun in einem Schreiben vom Regierungsrat eine Stellungnahme, insbesondere was die Zukunft unseres bestehenden Werkes im Giessbach anbelangt.
Besonders stossend an der ganzen Geschichte sei für den Gemeinderat, dass keine der beteiligten Parteien im Vorfeld mit der Gemeinde den Kontakt gesucht habe und keine Gespräche stattgefunden haben, sagte der Gemeinderatspräsdident Bernhard Fuchs gegeüber Radio BeO. So stehe man nun vor Tatsachen, welche über die Gemeinde hinweg beschlossen worden seien.

(text:pd,sfr/bild:pg)